Video: Filmen leicht gemacht

eine Anleitung für den Videoanfänger zusammengestellt von

Uwe Ossisoft © 1999

 

So kommt Leben ins Familien Album!

Angst vor komplizierter Technik brauchen
Sie heute nicht mehr haben.Die Kameras
("Camcorder") werden immer kleiner, leichter
und bedienungsfreundlicher. Und auf diese Eigen-
schaften sollten Sie besonders achten, wenn Sie
sich die Ausrüstung fürs elektronische Familien-
album anschaffen.Eine gute Sache ist der eingebaute
Verwackelschutz, der das fast unvermeidliche
Zittern der Hand ausgleicht. Farbmonitore sind
Fortschritt gegenüber den früheren winzigen
und schwarzweissen Sucher-Monitoren.
Ansonsten brauchen Sie nicht viel technischen
Schnickschnack. Mit dem eingesparten Geld kaufen
Sie sich ein ordentliches Stativ für ruhige Bilder.
Es ermöglicht auch, daß Sie selber mal mit auf dem
Film sind, rät der Video-Profi Gerhard Hruby
.

Worauf müssen Sie von Anfang an Achten?

Bereiten Sie ihre Aufnahme vor. Dazu müssen Sie kein Drehbuch
schreiben - aber Konzept sollten Sie schon im Kopf haben.
Der Vorteil: Sie nehmen die Szenen in der richtigen Reihenfolge
auf und ersparen sich so hinterher viel Schneidearbeit.
Denken Sie dabei immer vom Zuschauer aus. Was zum Verständnis
der Handlung nötig ist, muß er durchs Bild erfahren und
nicht durch Erläuterungen beim Vorführen oder nachvertonte
Kommentare. Beispiel: Beim Film über Kindergeburtstag können
Sie zuerst die Einladungskarte zeigen. Damit die Kinder
nicht abgelenkt werden, sollten ihnen die Kamera vertraut sein.
Das heißt: Sie liegt stets griffbereit
(daher immer auf volle Akkus Achten!).

Mit ein paar Tricks können Sie Video-Filmen wie
ein alter Hase

Regeln für die Kamerafrau/mann

Das Wichtigste beim Videofilmen von Kindern:
Runter auf den Boden! Gehen Sie in die Knie, in die
Hocke, legen Sie sich auch mal auf den Bauch. Sie müssen
die Welt der Kinder aus deren Perspektive zeigen, nicht
auf sie "herabschauen".
Wie beim Fotografieren gilt: nicht gegen das Licht. Läßt es
sich nicht vermeiden, sollten Sie mit einer Lampe den
Vordergrund aufhellen. Dazu reicht ein Halogenstrahler aus
dem Baumarkt für 20 Mark,

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"Kinderleicht" Camcorder:Klein,handlich,wenig Gewicht

und bedinungsfreundlich sind die Geräte der neuen Generation

 

den Sie gegen die Decke richten,vollkommen aus.
Teure Videoleuchten brauchen Sie nicht unbedingt. Der
Profi rät dazu, wann immer es möglich ist, im Freien zu
drehen. Dort herscht das beste und kräftigste Licht, das
Ihnen eine gute Tiefenschärfe und brilliante Farben beschert.
Gehen Sie ran ans Motiv! lautet meine nächste Devise.
Deteilaufnahmen sind es, die dem Betrachter das
Wesentliche zeigen und ihn fesseln. Also: immer wieder
das Gesicht des Kindes in Großaufnahme, das Spielzeug,
mit dem es gerade beschäftigt, zwischendurch aber auch
Gesichter anderer Kinder, oder was sich in der Umgebung
gerade tut.Und: Die einzelnen Szenen sollten nicht
zu lang sein, das ermüdet die Zuschauer.
Brechen Sie Szenen mit Originalton
(z.B. Unterhaltung) aber auch nicht
mittendrin ab. Kurzfilme in
Fernseh-Magazinsendungen sind prima
Musterbeispiele, wie man so etwas macht",

 

Vergessen Sie Anfängerfehler ganz einfach

 

Was einen Videofilm eines Könners von
dem eines Anfängers unterscheidet, sind
nur ein paar Fehler. Der häufigste: Das
Zoomen. Jede Kamera hat heute ihr Motor-
zoom, und das verlockt. Lassen Sie die
Finger davon! Das ist ein Spezialeffekt, der
nur ausnahmsweise etwas Bedeutendes
herausgreifen sollte. Genauso verhält es
sich mit Schwenks: Halten Sie die Kamera
ganz still - das Objekt soll sich durchs Bild
bewegen, nicht umgekehrt! Und wenn es
wirklich einmal sein muß: vor und nach
Schwenk und Zoom mindestens drei Se-
kunden stillhalten. Besser als Schwenk und
Zoom: Brechen Sie die Aufnahme ab und
machen dann eine neue Einstellung. Das ist
fürs Auge viel angenehmer und zeigt eine
andere Perspektive.
Noch ein Tip vom Profi: Außer dem Mo-
torzoom auch den Autofocus nur selten be-
nutzen - beides braucht sehr viel Akku-
strom, den Sie dringend für die Aufnahme
benötigen. Draußen ist so viel Licht, daß
Sie immer eine ausreichende Tiefenschärfe
haben. Diese beiden Elektromotoren kön-
nen nämlich bis zur Hälfte Ihres Stromvor-
rats beanspruchen!

© 1999 by Uwe Ossisoft

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