Geheimpläne des us-handelsriesen:<ZURÜCK>

Wal-Mart übernimmt MCG!
Erst Wertkauf, dann Spar, jetzt das MCG? Der weltweit größte Handelskonzern Wal-Mart scheint die Übernahme des Marie-Curie-Gymnasiums zu planen. Da das Kultusministerium diese Berichte bis Redaktionsschluß nicht bestätigen wollte, ist noch unklar, ob dies zum Konzept der Renovierung des Bildungssystem gehört.
Durch einen nicht näher zu erläuternden Zufall sind uns nun die Modernisierungspläne des amerikanischen Handelskonzerns in die Hände gefallen. Exemplarisch für das Großprojekt wollen wir einige der zukünftigen Neuerungen betrachten.
Der Grundsatz des kundenfreundlichen Service‘ soll nun auch konsequent auf die Schule angewandt werden. Dazu gehören natürlich die Warenzeichen des Wal-Marts: Zehn-Fuß-Regel und Grüßonkel. Aber ebenso soll das Motto des Wertkaufs eingearbeitet werden. Nun heißt es “Schulplatz mit Parkplatz”. Aus diesem Grunde muß das Informatikkabinett umziehen, da es sonst zu Überschneidungen mit der neuen Tiefgarage kommen könnte. Bestehenbleiben soll höchstwahrscheinlich das Arbeiterdenkmal vor der Schule, da die amerikanischen Spitzenmanager darin bestens das Ideal des arbeitenden Menschen verwirklicht sehen. Allerdings gibt es auch noch die Option, daß die Skulptur in Arkansas vor dem Firmensitz des Wal-Marts aufgestellt wird.
Die größten Veränderungen würden sich aber für die Mitarbeiter ergeben. Zum einen haben sie dann bessere Chancen ihre eigenen Ideen umzusetzen, anderseits müssen sie sich dem unternehmensinternen Angestelltenkodex unterwerfen. Und da ist der modische Einheitslook à la Wertkauf und das Namensschild (“Ich bin Fr. XXX XXX. – Ich helfe ihnen gern.”) wohl noch das geringste Problem.
Insbesondere die Wiedereinführung des Morgenappells dürfte auf geteilte Begeisterung stoßen. Dieses Ritual soll den Unternehmensgeist stärken und ist deswegen tragendes Element der neuen Politik. Dazu wird sich die gesamte Belegschaft vor Unterrichtsbeginn versammeln und der Direktor wird rufen: “Gebt mir ein M!”, “Gebt mir ein C!” und “Gebt mir ein G!” und der Chor gibt es ihm.
Bevor sich die nun mit Energie geladenen Lehrer an die Arbeit machen können, wird noch die alles entscheidende Frage gestellt: “Wer ist für uns die Nummer eins?” Und das Kollegium gibt die überraschende Antwort: “Der Schüler! Der Schüler ist König!”
Aber unsere geheimen Unterlagen verraten uns noch weitere brisante Details. So soll noch ein weiteres Relikt aus fernen Zeiten – nun als Motivationsmultiplikator bezeichnet – wiederkehren: Die Straße der Besten. Dazu sollen wahrscheinlich die Aufgänge genutzt werden, wo dann jede Lehrkraft stolz nachlesen kann, um wieviel Prozent sie den Lehrplan übererfüllt hat. Außerdem werden an dieser Stelle auch die aktuellen Rankings aushängen, die die Popularität unter der Schülerschaft ausdrücken sollen. Unter der Voraussetzung, daß der ÖTV zustimmt, werden daraus dann die leistungsorientierten Löhne errechnet. Der Lehrer kann hier Extrapunkte sammeln, wenn er zum Beispiel einen Produktinformationsstand zu seinem Fachgebiet eröffnet und etwa den Schülern die Vorzüge der Quantenmechanik nahelegt.
Den absoluten Höhepunkt der kreativen Ideen stellt unserer Meinung nach aber die Einführung der Produktpatenschaft dar. So soll die Lehrkraft nun endlich die Möglichkeit bekommen, sich um seinen Lieblingsgegenstand ganz besonders kümmern zu dürfen. Glücklicherweise sind uns auch die Brainstormingprotokolle der amerikanischen Strategen zugänglich. Darauf fanden wir unter anderem Kreidestückchen, Tafellappen und Wischwasser. Für alle Lehrkörper, denen dieses Konzept noch fremd ist, hier eine kurze Erläuterung: Jeder Mitarbeiter soll sein Patenkind mit besonderem Enthusiasmus verwöhnen. Im Gegenzug druckt Wal-Mart auf das Produkt, neben dem Bild des Lehrers, einen kurzen Spruch: “Ich bin Hr. XXX XXX. – Und ich garantiere mit meinem Namen, das dieses Tafelwasser immer quellfrisch und von bester Qualität ist.”
Was uns die Information über die Einführung der neuen Unternehmenssprache Japanisch sagen soll, könne wir nur spekulieren. Aber wahrscheinlich will Wal-Mart das MCG nur sanieren und dann an einen japanischen Großkonzern verkaufen, weswegen man den Nichführungskräften gütiger Weise die kurzfristige Verwendung von Englisch ersparen möchte.

-r@r-

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