Spekulation um Verkauf der Metro<ZURÜCK>
US-Handelskonzern Wal-Mart verhandelt offenbar mit deutschen Eigentümern

Werbeschilder des "Wal Mart" und der "Metro"
in einem Dortmunder Gewerbegebiet an den Gebäuden
von nebeneinanderliegenden Märkten. FOTO: DPA
Frankfurt/Düsseldorf - Das Gerücht von einer Übernahme durch den weltgrößten Einzelhandelskonzern Wal-Mart hat die Aktien der Metro AG am Donnerstag in die Höhe schnellen lassen. Der Anteilsschein legten zunächst um mehr als 14 Prozent auf fast 48 Euro (fast 94 Mark) zu, bevor er wieder leicht nachgab. Auslöser war ein Bericht des "Manager Magazins", wonach die Mehrheitsgesellschafter der Metro einen Verkauf ihrer Anteile an Wal-Mart erwägen.
Der Vorstandschef der Dachgesellschaft Metro Holding und Aufsichtsratschef der Metro AG, Erwin Conradi, bezeichnete den Bericht als "Unsinn". Die Konzernsprecher von Metro AG und Wal-Mart wollten die Meldung derweil nicht kommentieren.
Analysten bewerteten das Gerücht unterschiedlich. "Nicht auszuschließen" und "pure Spekulation" wurde genau so vertreten wie sehr optimistische Einschätzungen. Die Investmentbank Warburg Dillon Read vermutete beispielsweise, die Spekulation setze das Metro-Management unter Druck, sein Portfolio neu auszurichten. Die Investmentbank gab eine klare Kaufempfehlung und setzte das Kursziel auf 61 Euro herauf. Das kolportierte Preisziel von 40 Mrd. DM für Metro sei realistisch.
- Anzeige -
Laut Manager Magazin hat der Aufsichtsratsvorsitzende der mit 20 Prozent an der Metro beteiligten Haniel-Gruppe, Jan von
Haeften, bereits erste Gespräche mit einem Wal-Mart-Beauftragten geführt. Auch die in gleicher Höhe beteiligte Familie Schmidt-Ruthenbeck sei unzufrieden mit der Rendite ihrer Metro-Beteiligung. Als Dritter im engen Gesellschafterkreis habe der mit ebenfalls 20 Prozent beteiligte Metro-Gründer Otto Beisheim nach dem Tod seiner Ehefrau im vergangenen Sommer das Interesse am Geschäft verloren, hieß es. Von Haeften habe den Wert der Metro in Gesprächen auf etwa 40 Mrd. DM (20,45 Mrd. Euro) taxiert; auf jeden der drei Gesellschafter entfielen damit acht
Mrd, DM. Wal-Mart hatte Anfang 1998 zum Ärger der etablierten Unternehmen begonnen, ein Warenhausnetz in Deutschland aufzubauen und mit Dauertiefstpreisen die Konkurrenten unter Druck gesetzt. Damals übernahm der US-Konzern mit Sitz in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas zunächst 21 Wertkauf-Häuser; im Dezember gab das Unternehmen den Kauf von 74 Interspar-Häusern bekannt. DW
<ZURÜCK>